Du startest deine Reise in die Welt der Umfragen und stehst vor deiner ersten Hürde: Wie baue ich eine gute Umfrage auf, die hilfreiches Feedback und nützliche Daten liefert? Wir zeigen dir 9 Anfängerfehler, die du bei der Erstellung von Umfragen einfach umgehen kannst.
Zu lange Umfragen
Wenn du das erste Mal eine Umfrage auf deiner Website schaltest, möchtest du selbstverständlich direkt alles über deine User erfahren. Dabei kann es passieren, dass die Umfrage wirklich lang wird: 10, 20 Fragen oder sogar noch mehr.
Für Online Shops empfiehlt sich, dass die Umfrage nicht länger als 10 Minuten sein sollte. Allerdings solltest du auch hier die Empfehlung nicht als Wahrheit für deinen Shop übernehmen.
Generell haben Umfragen mit 1-5 Fragen die beste Response Rate. Bei kürzeren Umfragen stellt sich keine Antwortmüdikeit ein, weswegen die Qualität des Feedbacks besser ist.
Falsche Fragetypen verwenden
Für die Teilnehmenden ist nichts frustrierender, als wenn sie die Umfragefragen nicht verstehen, weil das Fragenformat falsch gewählt ist. Sollen sie zum Beispiel beantworten, wie gut ihnen das gekaufte Produkt gefällt, ist eine Rating Frage die logische Konsequenz. Theoretisch könntest du auch eine Ranking Frage verwenden; das Rating der Befragten würde dann auf dem ersten Platz landen. Das erscheint unsinnig, aber je nachdem, welches Umfragetool du für deinen Shop verwendest, musst du mit den Fragetypen arbeiten, die dir zur Verfügung stehen.
Ein weiteres Beispiel ist die Verwechslung von Single Select und Multi Select Fragen. In Single Select Fragen gibst du mehrere Antwortmöglichkeiten, aber deine User können nur eine einzige davon auswählen. In Multi Select Fragen können sie mehrere Antworten angeben — wie viele, kannst du mit PollHero einfach festlegen. Weist du nicht darauf hin, wie viele Antworten ausgewählt werden können, kann das frustrierend sein und zum Abbruch der Umfrage führen.
Zu viele Freitext-Fragen
Freitext-Fragen sind fantastisch, um das Warum hinter einer quantitativen Antwort zu erfahren. Sie erhöhen deine Datenqualität und können dir bei der Priorisierung von neuen Features helfen oder versteckte Motivationen/Sorgen entlarven. Aber ein häufiger Fehler bei Umfragen ist, aus diesem Grund (fast) ausschließlich Freitext-Fragen zu stellen. Sie erfordern deutlich mehr Engagement durch die Befragten, die nicht immer Zeit oder Lust darauf haben oder sich unter Druck gesetzt fühlen können. Viele User nutzen außerdem ihr Smartphone oder Tablet um zu shoppen. Viele Antworten zu tippen kann auf einem kleineren Device mit einer kleineren Tastatur unter Umständen mühsam werden, was zu Abbrüchen der Fragebögen führt. Bei der Durchführung deiner Umfragen ist es also wichtig, eine gute Balance zwischen geschlossenen und offenen Fragen zu wählen.
Zu viele Antwortmöglichkeiten
„Decision Paralysis“ oder Entscheidungslähmung tritt auf, wenn wir mit zu vielen Optionen konfrontiert werden und uns einfach nicht entscheiden können. Das Phänomen tritt im Alltag häufig auf und kann von Kleinigkeiten wie „Welchen Käse kaufe ich?“ oder „Was koche ich zum Mittag?“ über „Für welchen Job entscheide ich mich?“ bis hin zur kompletten Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, reichen. In extremen Fällen wird es ausgelöst durch die Realisation, dass man nicht unendlich Zeit hat und sein Leben ändern möchte, aber nicht weiß, wie. In weniger extremen Fällen kann es dazu führen, dass man sich in Umfragen nicht für eine (oder drei) Antwortmöglichkeiten entscheiden kann, weil jede Option gut oder korrekt ist.
Es ist besser, 4-6 Antwortmöglichkeiten zu präsentieren und eine „anderes, und zwar…“ Option. Haben Teilnehmende das Bedürfnis, können sie hier eine andere Antwort selbst angeben.
Schlechtes / falsches Targeting
Unpräzises Targeting kann die Datenqualität deiner Umfrageergebnisse beeinflussen. Globale Umfragen mit generischen Fragen können einerseits deine Bestandskundschaft langweilen — wenn sie seit Jahren bei dir kaufen, wissen sie zum Beispiel nicht mehr, wo sie zuerst von dir gehört haben. Andererseits füllen User, die dich das erste Mal besuchen, deine Befragung nicht aus, weil sie noch nicht genug über dich wissen bzw. noch keine Meinung über dich haben und dich noch nicht bewerten können. Sie hingegen können dir sagen, wo sie von dir gehört haben. Beim Targeting ist es deswegen wichtig, die richtige Auswahl an Zielgruppe und Fragen zu finden, um eine möglichst hohe Response Rate zu erhalten.
Suggestivfragen stellen
Suggestivfragen sind Fragen, die eine Fragenformulierung haben, die die Antworten „führt“. Das kann zum Beispiel eine Single Select Frage sein wie: „Welche Vorteile hat unser Produkt aus deiner Sicht?“ Die Unterstellung ist hier, dass das Produkt für die Befragten Vorteile hat. Vielleicht ist diese Person aber mit dem Produkt unzufrieden und kann jetzt nur mit „keine“ antworten, statt wirklich hilfreiche Informationen und proaktives Feedback zu liefern.
Die Frageformulierung sollte deswegen möglichst neutral gehalten werden.
Doppelfragen stellen
Um die Anzahl an Fragen innerhalb einer Umfrage zu minimieren, kann es verlockend sein, gleich mehrere Dinge auf einmal abzufragen: „Wie zufrieden bist du mit dem Design und der Qualität des Produkts? Bewerte von sehr gut bis gar nicht.“
Bei einer solchen Formulierung kannst du dir nicht sicher sein, ob die Antwort auf das Design oder auf die Qualität bezogen ist. Vielleicht brechen Befragte hier sogar ab, weil sie die Qualität mögen, das Design durch fehlende Farben aber nicht ihrem Geschmack entspricht und sie beiden Variabeln ein Rating geben müssen.
Fehlende neutrale Optionen
Nicht jede Frage ist für alle Befragten relevant oder zutreffend. Entweder gibst du deinen Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu überspringen oder du fügst neutrale Antwortmöglichkeiten wie „trifft nicht zu“, „weiß ich nicht“ oder „sonstiges, und zwar…“ hinzu. Haben Befragte keine Möglichkeit zu skippen oder Neutralität auszudrücken, brechen sie entweder die Umfrage ab oder klicken irgendeine Antwortmöglichkeit an, um im Fragebogen weiter zu kommen. Siehst du die Ergebnisse vor dir, wirst du allerdings nicht wissen, wer die Frage wirklich beantwortet hat und wer keine andere Wahl hatte. Je nachdem, wie viele Personen einfach eine willkürliche Antwort wählen, kommt es zu einer Verzerrung der Endergebnisse.
Keine Mobile Optimization
Mobile Commerce wird immer beliebter: Das Smartphone ist deutschlandweit das beliebteste Endgerät, um online zu shoppen. Mehr als 50 Prozent der Kundschaft kauft über ihr Handy ein. Deswegen ist es umso wichtiger, dass deine Umfrage mobile optimiert ist. Das bedeutet, dass Schriftarten und Buttons groß genug sein müssen, um auf kleinen Geräten erkennbar zu sein und dass die Umfrage keine anderen Funktionen stört oder überdeckt.
Fazit
Die erste Umfrage aufzusetzen, ist mit ein paar Tipps sehr einfach. Mithilfe unserer Best Practices kannst du deine Umfragen bestmöglich gestalten, um das hilfreichste und informativste Feedback von deiner Kundschaft zu erhalten. Die richtigen Frageformulierungen und Antwortoptionen tragen dazu bei, Interesse an deinen Umfragen zu schüren und eine höhere Response Rate zu erhalten.